„ Alt-werden ist kein Zuckerschlecken – die Beratung alter Menschen auch nicht!? - Zu einer konstruktiven und förderlichen Haltung in der Beratung alter Menschen

Alt-werden ist etwas anderes als Älter-werden. Älter werden wir von Geburt an. Alt werden oder sind wir - je nach persönlichem Verständnis ab 60, 70, 80 Jahren oder später. Alt-werden bedeutet, oft als massiv empfundene Einschnitte im alltäglichen Leben hinnehmen zu müssen, wie z.B.:

  • Abschied vom Berufsleben und neuen Sinn / Erfüllung finden im Privatleben
  • Familiäre Veränderungen bewältigen müssen (Kinder gehen aus dem Haus, Enkel werden älter und haben eigene Interessen,…)
  • Freunde, Familienangehörige, Gleichaltrige durch Tod oder Krankheit verlieren
  • sich mit körperlichen Veränderungen und Einschränkungen abfinden müssen
  • ggf. an Autonomie verlieren durch Erkrankung und / oder Hilfsbedürftigkeit

Für die Berater*innen alter Menschen stellen sich dabei besondere Herausforderungen:

  • Sie kommen i.d.R. als deutlich jüngere Person durch ihren professionellen Beratungsauftrag in eine hierarchisch höhergestellte Position, d.h. die Erwartung ist, dass der ältere Mensch den Rat des jüngeren annimmt.
  • Die Erwartungen alter Menschen an eine Beratung korrespondiert mit ihrer Lebenserfahrung und -einstellung, sowie der Einschätzung ihrer persönlichen Situation, die stark abweichen kann von der professionellen Sicht.
  • Offene oder verdeckte Ängste, abnehmende körperliche und geistige Beweglichkeit, Scham, können die Beratung stark beeinflussen.
  • Das Veränderungstempo und die Veränderungsbereitschaft sind oft eher gering.

Praktisch bedeutet dies für die Berater*innen alter Menschen:

  • Sich bei der Kontaktaufnahme und -gestaltung bewusst auf die spezifische Situation älterer Menschen einzustellen.
  • Das Tempo in der Beratung zu reduzieren und auf die Bedürfnisse, Einschränkungen, Ängste, etc. des alten Menschen einzugehen. Wer hat welche Lösungsidee?
  • Sich klarzuwerden, was (noch) veränderbar ist und was als Realität anerkannt werden muss!
  • Methodische Elemente in der Beratung zu nutzen, die den Respekt vor dem „Gewordensein“ älterer Menschen in den Vordergrund rückt und den Erfahrungshintergrund sowie die aktuelle sozial-emotionale Situation fokussiert.

In dieser Fachveranstaltung geht es zum einen um Hintergrundwissen über die Bedeutung des Prozesses „alt“ zu werden und die Auswirkungen, die dies auf die Beratungsbeziehung und Beratungsgestaltung hat. Darüber hinaus werden ausgewählte methodische Elemente systemisch-lösungsorientierter Gesprächsführung vorgestellt und diskutiert. Die Teilnehmer*innen sind eingeladen, ihre Erfahrungen und Fragen einzubringen

Referentin

Annegret Sirringhaus-Bünder Dipl.-Sozialarbeiterin (FH) Lehrende für systemische Beratung (DGSF) Lehrende für Systemische Therapie (DGSF) Systemische Supervisorin (DGSF) MarteMeo Licensed Supervisor (Internationale Ausbildungsberechtigung) Weiterbildung in Themenzentrierter Interaktion (TZI) MarteMeo - Videogestützte Beratung

Teilnahmegebühren für
Mitarbeitende der Diakonie Düsseldorf:
keine
Teilnahmegebühren für
externe Teilnehmende:
keine

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